Vielfach fotografiert, doch woher kommt es? – Die Geschichte des Brautkleides

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Beim Hochzeitskleid denken die meisten Menschen an einen Traum in Weiß. Auch auf Hochzeitsbildern sind vorwiegend weiße Kleider zu sehen. Das war jedoch nicht immer so. Das Brautkleid hat sich seit der Antike stark verändert und war zahlreichen Modeströmungen unterworfen.

Brautkleid Hochzeitskleid Fotograf Peter Roskothen Die Geschichte des Brautkleides

Die Hochzeitstunika im Alten Rom

Vor circa 2.000 Jahren bestand die Hochzeitsgarderobe aus einer speziellen Tunika, die der Braut bis zur Wade oder bis zum Knöchel reichte. Die Taille zierte ein Holzgürtel, der mit einem Hercules-Knoten geschlossen wurde. Über dieser Tunika trug die Braut ein gelbes Gewand, die Stola, und dazu passend einen Schleier und Sandalen in Gelb. Den Knoten durfte ausschließlich der Bräutigam in der Hochzeitsnacht lösen.

Hochzeitskleid als Statussymbol

Modernes Hochzeitskleid Brautkleid Fotograf Peter RoskothenIm Mittelalter galt das Brautkleid als Zeichen der gesellschaftlichen Stellung. Je betuchter eine Familie war, desto prunkvoller fiel die Aufmachung der Braut aus. Oftmals wurde auch das Familienwappen in das zumeist aus Samt, Seide, Gold- oder Silberbrokat gefertigte Kleid eingenäht, welches überdies Stickereien und Halbedelsteine reich verzierten. Die Farben, damals ein Luxusgut, reichten von Blau über Grün bis hin zu Rot. Die Töchter ärmerer Elternhäuser heirateten hingegen gemeinhin in ihrem meist schwarzen Sonntagskleid.

Modefarbe Schwarz

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich unter dem Einfluss des streng katholischen spanischen Königshofes Schwarz zur Trendfarbe. Lange, schwarze Brautkleider mit Spitze und Schleppe galten seinerzeit in ganz Europa als äußerst beliebt. Neben den Bräuten aus der Oberschicht heirateten auch jene der Mittelschicht und aus ländlichen Gebieten in dieser Farbe, die zum einen die Frömmigkeit der Trägerin unterstrich und zum anderen leicht sauber zu halten war. Außerdem konnte ein solches Hochzeitskleid zu den unterschiedlichsten Anlässen getragen werden. In der damaligen Zeit war es noch undenkbar, ein Kleid nur zu einer einzigen Gelegenheit zu tragen. Daher galten die Kirchgangskleidung, geerbte Festtagskleidung oder eine Tracht vielerorts bis in das 19. Jahrhundert hinein als gebräuchliche Alternativen für die Hochzeit.

Weiß – die Farbe der Unschuld

Wunderschönes Hochzeitskleid Fotograf Peter RoskothenBrautkleider in Weiß kamen ab Ende des 17. Jahrhunderts in Mode. Dieses Symbol der Unschuld und der Reinheit fand sich zunächst jedoch nur bei Trauungsfeierlichkeiten des Adels und des reichen Bürgertums. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich diese heute auf zahlreichen Hochzeitsfotografien verewigte Farbe in den anderen Bevölkerungsschichten durch. Damals wurde erstmals ein speziell für eine Hochzeit kreiertes schneeweißes Kleid vorgestellt. Farbige und schwarze Hochzeitskleider waren allerdings auch weiterhin üblich. Spätestens ab der Märchenhochzeit von der als Sisi bekannten Prinzessin Elisabeth von Bayern im Jahr 1854 galt: Die modische Braut kleidet sich in Weiß.

Mittlerweile gibt es in der Brautmode die unterschiedlichsten Stilrichtungen. Ob weiß oder farbig – alles ist möglich. Das Hochzeitskleid in klassischem Weiß ist jedoch nach wie vor die populärste Variante und ein beliebtes Motiv für jeden Profifotografen.

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© Team Peter Roskothen Fotograf, Vielfach fotografiert, doch woher kommt es? – Die Geschichte des Brautkleides